Für eine resiliente Zukunft

Photo by Clark Tibbs on Unsplash

Das Corona-Virus hat die Grundlagen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinanders erschüttert. Wir haben ein so gut wie nicht kontrollierbares Kollabieren unseres Alltags und unserer Welt, wie wir sie kannten, erlebt. Nun geht es darum, die Erkenntnisse aus der Krise aufzuarbeiten. Und hier sind – neben anderen – auch die Ingenieurinnen und Ingenieure gefragt.

In turbulenten Zeiten wird die Anpassungsfähigkeit von Gesellschaften an den Wandel zum entscheidenden Faktor. Dabei kommt es nicht nur auf technologische und wirtschaftliche Innovationen an, sondern auch auf kulturelle und soziale Erneuerungen. Ein Beispiel: Das kreative Potenzial einer regionalisierteren Gesellschaft lässt sich sicherlich noch sehr viel effektiver nutzen als bislang. Es wäre also durchaus vorstellbar, dass in der Post-Coronazeit die globale Just-in-Time-Produktion mit ihren riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten in Frage gestellt wird und sich ein neues System aus Globalität und Regionalität entwickelt. Redundanzen, beispielsweise in der Lagerhaltung, und Ortsnähe würden dann eine Renaissance erleben und somit das Gefühl von Kompetenz und Kontrolle über das eigene System steigen.

Lassen Sie uns diese denkbare Transformation nicht als Phrase und Ausnahmefall sehen, sondern als Bewährungsprobe und mögliche bessere Alternative zu dem, was wir haben. Innovationen ernst nehmen, das heißt erst einmal zu lernen, sich zu entscheiden. Es geht dabei selbstverständlich auch um das richtige Gleichgewicht sowie geeignete Formen der Einbindung und Verortung der Innovationen, seien sie nun technologischer, wirtschaftlicher oder eben auch sozialer Art. Der Kern aller Innovation ist das Erkennen eines Unterschieds und die Einlassung darauf.

Als Ingenieure können wir zu diesem Wandel ganz erheblich beitragen, indem wir mit gesellschaftlicher Verantwortung und ingenieurmäßigem Denken die anstehenden Herausforderungen angehen. Wir wachsen nicht nur an technologischen Innovationen, sondern auch an Kreativität und Teilhabe. Indem wir also gemeinsam inspirierende Ziele für eine autonomere Gesellschaft vereinbaren, können wir so auch verkrustete Strukturen aufbrechen und letztlich eine resiliente Zukunft für uns alle schaffen. Ich würde mich freuen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ihr
Wilfried Grunau