Kreativ durch die Krise

Die Erfahrungen dieses Jahres sind für uns alle äußerst herausfordernd. Und ohne jetzt auf Allgemeinplätze zu den Auswirkungen der Pandemie einzugehen, lohnt sich durchaus ein ganz konkreter Blick durch die berufsständische VDV-Brille. Denn trotz der zum Teil erheblichen Einschränkungen und des Ausfallens von Exkursionen, Seminaren und Besichtigungen, wurde von den ehrenamtlichen VDV-Aktiven eine ganze Menge berufsständische Arbeit geleistet und viele Herausforderungen kreativ angegangen. Beispielhaft seien Stammtische und die ersten Onlineseminare des BILDUNGSWERK VDV genannt, die in den „Hyperspace“ verlegt wurden, oder auch der virtuelle Messestand einschließlich Videochat auf der INTERGEO. Da die persönliche Ansprache mangels Präsenzveranstaltungen ansonsten derzeit nahezu ausgeschlossen ist, findet die Kommunikation mit den Mitgliedern, zusätzlich zum VDVmagazin, überwiegend über die VDV-Website, den VDV-Newsletter und insbesondere über die sozialen Medien statt. Hier lohnt es sich wirklich, aufgrund der Tagesaktualität regelmäßig auf den VDV-Kanälen bei Instagram, Facebook, Twitter und Youtube vorbeizuschauen.

Ein Teil der berufspolitischen Arbeit findet wie bisher natürlich am heimischen Schreibtisch statt, neuerdings auch Homeoffice genannt. Hierzu gehört beispielsweise das Verfassen von Stellungnahmen zu anstehenden politischen Entscheidungen und Gesetzesvorhaben. Und auch hier ist in diesem Jahr sehr viel geleistet worden. Genannt seien unter anderem die Ingenieurgesetze der Länder, die Bauordnungen oder auch die intensiv diskutierte Gebäudeeinmessung, ebenso wie die HOAI-Änderungsverordnung der Bundesregierung. Natürlich werden diese Themen zumeist in Telefon- und Videokonferenzen VDV-intern abgestimmt, müssen aber letztlich irgendwann auch zu einer VDV-Meinung verschriftlicht werden. Sehr positiv – und trotz Corona absolut im Zeitplan – hat sich übrigens auch die Nachwuchskampagne „#Weltvermesserer“ entwickelt. Auch hierzu trägt der VDV ganz erheblich bei.

Auf der Bezirksebene hatte sich in der Zeit vor Corona das aktive Verbandsleben üblicherweise zumeist auf regelmäßige fachliche und gesellschaftliche Präsenzveranstaltungen konzentriert. Dies ist aus bekannten Gründen derzeit nicht bzw. nur eingeschränkt durchführbar. Dass es in diesem Kontext natürlich äußerst schwer ist, Mitglieder für den Verband zu werben bzw. zur Mitarbeit in den Vorständen zu bewegen, hier fehlt jetzt tatsächlich die direkte persönliche Ansprache, muss derzeit leider hingenommen werden. Gleichwohl sorgen die vielen Postings in den Social Media gerade bei den jüngeren Kolleginnen und Kollegen für einen hohen Bekanntheitsgrad und damit eine sehr gute Akzeptanz der VDV-Aktivitäten. Insgesamt hat der VDV sich sehr schnell den aktuellen, wenngleich extrem unangenehmen Rahmenbedingungen angepasst und zeigt auf den verschiedensten Ebenen fachlich, berufsständisch, wie auch gesellschaftlich Flagge und damit ein aktives Verbandsleben. Dafür an dieser Stelle ein ganz großer Dank an die vielen ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen, die, zum Teil sogar als Einzelkämpfer, daran mitwirken und viele kreative Ideen entwickelt und umgesetzt haben. Die vorliegende Ausgabe des VDVmagazins dokumentiert die Verbandsarbeit auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene im Detail.

Last but not least noch eine kleine formale Anmerkung zu den Mitgliederversammlungen in Landesverbänden und Bezirken. Das Präsidium präferiert folgende Vorgehensweise: Wenn in diesem Jahr Mitgliederversammlungen coronabedingt ausgefallen oder verschoben sind, bleiben die bisherigen Vorstände geschäftsführend im Amt. Sofern ein Wechsel von Funktionsträgern geplant war und dieser Wechsel vorab vollzogen werden soll, kann per Vorstandsbeschluss ein kommissarischer Nachfolger eingesetzt werden. Dieser Beschluss kann per Mail, Fax oder Telefon gefasst werden und ist zu protokollieren. Soweit es die Situation zulässt, werden die jeweiligen Mitgliederversammlungen dann im kommenden Jahr nachgeholt. Dabei ist zu beachten, dass die zu wählenden Vorstandsmitglieder für die Dauer gewählt werden, als wenn die Wahl in 2020 gewesen wäre, also je nach Fall bis 2022 bzw. 2024.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben trotz der Umstände eine schöne Adventszeit. Bleiben Sie gesund!

Ihr
Wilfried Grunau
Präsident des VDV